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Interview im energate messenger

15.05.2025 | Bericht

Erster Preisindikator für geologische Wasserstoffspeicherung

Im Mai hat Stephan Bauer, Leiter Green Gas Technology bei RAG Austria, im energate messenger ein ausführliches Interview zur geologischen Speicherung von Wasserstoff gegeben. Neben den im Rahmen des USS 2030 Projekts erfolgreich durchgeführten Speicherzyklen in Rubensdorf wurde dabei erstmals auch ein konkreter Kostenrahmen für Wasserstoffspeicher thematisiert.

Erste Preisnennung für die Speicherung von Wasserstoff

Auf Basis der bisherigen Arbeit im USS 2030 Projekt und im Folgeprojekt EUH2STARS nennt RAG Austria erstmals einen Richtwert für die Investitions- und Speicherkosten. Wie Stephan Bauer im Interview erläutert, hängen die Kosten stark von den jeweiligen Design- und Lagerstättenparametern ab. Dennoch lassen sich auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen erste Orientierungswerte ableiten:

„Wir rechnen mit Investitionskosten von etwa 600 bis 700 Euro pro Megawattstunde Speichervolumen. Diese Summe umfasst alles – von Bohrungen über Anlagen, Verdichter und Leitungen bis hin zur Infrastruktur und dem erforderlichen Kissengas. Daraus ergibt sich ein Speichertarif von etwa 30 bis 40 Euro pro Megawattstunde“, so Bauer.

Einordnung der Kosten

Die genannten Kosten lassen sich laut Bauer nicht eins zu eins auf den Endkundenpreis von Wasserstoff umlegen. Man kann davon ausgehen, dass ähnlich wie bei Erdgas nur ein geringerer Teil des Gesamtumsatzes im Wasserstoffmarkt über Speicher geführt wird. Umgerechnet auf den Kilopreis des Wasserstoffs bedeutet das: Wenn für eine kontinuierliche Verfügbarkeit nur rund 20 bis 25 Prozent des Wasserstoffs gespeichert werden muss, ergibt sich für die Speicherung ein Aufpreis pro verbrauchtem Kilogramm Wasserstoff von etwa 20 Eurocent.

Die Mehrkosten der Wasserstoffspeicherung gegenüber der Erdgasspeicherung ergeben sich aus mehreren Faktoren: Wasserstoff weist eine deutlich geringere Energiedichte als Erdgas auf, wasserstofftaugliche Komponenten sind technisch anspruchsvoller und teurer, zudem spielen gestiegene Baukosten sowie der höhere Energieaufwand für Verdichtung und Trocknung eine zentrale Rolle.

Mit der erstmaligen Nennung konkreter Zahlen schafft RAG Austria eine wichtige Grundlage für Marktabschätzungen und unterstreicht zugleich die Rolle geologischer Speicher als Schlüsseltechnologie für den Hochlauf einer europäischen Wasserstoffwirtschaft.

Das gesamte Interview mit Stephan Bauer ist im energate messenger nachzulesen.

Zum Interview

 

Stephan Bauer ©

Stephan Bauer

Leiter Green Gas Technology


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